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Von Marie-Anne Schlolaut, Kölner Stadt-Anzeiger 2.11.07

„Vorsorge hat viel mit Fürsorge zu tun, mit sich kümmern. Und je älter ich werde, desto mehr muss ich mich kümmern.“ Prof. Dr. Ingo Froböse, Leiter des Zentrums für Gesundheit an der Deutschen Sporthochschule Köln und vielbeachteter Gesundheitsexperte, hat für den „Kölner Stadt-Anzeiger“ fünf Fragebögen zusammengestellt, die Anreiz sein sollen, gesund, aktiv und vor allem mit Freude zu leben. Die Themen „Ernährung“ sowie „Schlaf / Erholung“ machten den Auftakt der großen Fragebogen-Aktion, es geht weiter mit „Vorsorge“ und „Fitness“.

Zur Vorsorge gehört vor allem, seinen Körper zu lieben und zu achten. Vorsorge heißt auch, sich regelmäßig vom Arzt untersuchen zu lassen. „Für Kinder sind das Impfungen, Schul-Untersuchungen, zahnärztliche Kontrollen,“ skizziert Froböse. Männer und Frauen unterziehen sich klassischen Vorsorge-Untersuchungen wie Darm, Haut, Blut, gynäkologische Untersuchungen. „Ältere Menschen sollten unbedingt Bluthochdruck, Cholesterin, das gesamte Herz-Kreislaufsystem und Knochen checken lassen,“ rät Froböse.

Das ist die diagnostische Seite der Vorsorge und aus Sicht der Mediziner der Idealfall, wenn der Mensch so handeln würde. „Tut er aber nicht,“ sagt Froböse und meint damit die Männer. „Nur jeder sechste Mann geht zu Vorsorge-Untersuchungen, aber jeder zweite Frau. Männer sind große Verdränger.“ Froböse zitiert Studien, nach denen 75 Prozent der Männer angeben, dass es ihnen hervorragend geht. „Auch wenn es meist nicht stimmt,“ sagt Froböse. Männer definieren ihren Körper als eine Art Maschine, die trotz eines Aussetzers nicht reparaturbedürftig ist - bis die Realität sie einholt. „Männer sind nicht durch Ängste geprägt wie Frauen, sondern folgen der Logik. Das heißt: Sie handeln nicht ohne ersichtlichen Grund.“ Logischerweise wird Vorsorge somit vom „Health-believe“-Modell verdrängt, so Froböse. Und das besagt: Ich glaube erst an die Krankheit, wenn ich sie habe.

Doch die medizinische Vorsorge ist nur der eine Teil des gesunden Lebensstils. Genauso wichtig ist persönliche Vorsorge, abseits der Medizin. Wer seinen Körper permanent austrickst und seinen Biorhythmus missachtet, verursacht Stress. Der menschliche Körper folgt einem festgelegten Schema, individuelle Abweichungen inbegriffen: Nach rund sieben Stunden Schlaf beginnt zwischen 6 und 7 Uhr die Aktivität bis hin zum ersten Leistungs-Hoch um 10 Uhr. Ab dann geht es leicht bergab bis zum absoluten Tagestiefpunkt zwischen 12 und 14 Uhr. Der Körper benötigt dringend neue Energie, am besten im Dreiklang von Essen, Frischluft und Aktivität. Nur so kann er das zweite große Leistungs-Hoch des Tages ansteuern zwischen 15 und 17 Uhr. In dem Maße, wie sich gen Abend das Tageslicht abschwächt, sinkt auch die Leistungsfähigkeit der Menschen. „Es wäre optimal,“ sagt Froböse, „wenn Arbeitgeber dieses Wissen in den Arbeitsablauf einfließen lassen könnten.“

Wer im Leistungstief zur Höchstform auflaufen muss, stresst seinen Organismus und riskiert Schlafstörungen, die die Regeneration des Körpers in der Nacht behindern. Langfristig führt das zum „Burn-out-Syndrom“ und Kollaps. Froböse: „Es ist absurd, wenn Manager spät abends noch intensiv arbeiten. Schichtarbeiter zum Beispiel, die ihren Schlaf-Wach-Rhythmus ständig verändern, haben ein 300fach erhöhtes Herzinfarkt-Risiko.“

Körper und Gehirn brauchen festgelegte Erholungsphasen, frei von Reizen. Wer beispielsweise bei Dunkelheit fernsieht, strapaziert sein Gehirn beträchtlich, das immerhin rund 72 Stunden braucht, um für einen Lernprozess neue Strukturen zu „knüpfen“, deren Grundgeflecht im Schlaf gelegt werden. Wer in diese Phasen mutwillig eingreift, indem er seinen Biorhythmus aushebelt, gefährdet diese und andere Prozesse der Regeneration. Ein geregelter und auf die Körperbedürfnisse abgestellter Tages- und Nachtverlauf ist nicht nur Garant für die Balance von Körper und Geist, sondern das Fundament für die Gesundheit.


(Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung durch den Kölner Stadt-Anzeiger und das Zentrum für Gesundheit, Prof. Dr. Ingo Froböse, Köln)


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