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von Marie-Anne Schlolaut, Kölner Stadt-Anzeiger 2.11.07

„Fitness ist mehr als nur ein schöner Körper. Wir haben diesen Begriff leider auf Makellosigkeit reduziert. Zu Fitness gehören ganzheitliche Leistungsbereitschaft, Bewegung, soziale Fitness, Gesundheit und Wohlbefinden.“ So definiert Prof. Dr. Ingo Froböse, Gesundheitsexperte an den Deutschen Sporthochschule Köln, diesen Begriff, der zusammen mit dem Thema „Vorsorge“ zum zweiten Teil der Fragebogen-Aktion im „Kölner Stadt-Anzeiger“ gehört.

Die Quelle sozialer Fitness und Gesundheit ist die Familie. „Wo sonst lerne ich gesundes Verhalten,“ sagt Froböse. Somit liegt in der Familie aber auch der Grundstock für ungesundes Verhalten, das zu den mittlerweile bekannten Defiziten führt. „Familie und ein soziales Netzwerk bedeuten, dass die Schnelllebigkeit draußen bleiben muss. Familie hat ihren eigenen Rhythmus, ihre eigenen Muße-Zeiten.“ Nach diesem Prinzip funktionieren eigentlich auch Sportvereine, die die Fitness einbetten in ein soziales Netzwerk.

Der Trend allerdings geht weg vom Verein hin zum Individual-Sportler, der sich bei entsprechenden finanziellen Mitteln lieber einen eigenen Trainer leistet als im Kollektiv zu schwitzen. Zudem ist in Sportstätten zu beobachten, dass zwar viele Menschen nach den Vorgaben eines einzelnen Trainers sich bewegen, aber die soziale Anbindung an andere Teilnehmer tunlichst vermeiden: Jeder ist nur mit sich beschäftigt. „All das führt zur Idealisierung der Körperlichkeit und zu den Auswüchsen,“ sagt Froböse. „Im Mittelpunkt steht nicht mehr der Mensch, sondern sein Erscheinungsbild.“

Die Folgen sind sichtbar. Wer den perfekten Körper zum Kult erhebt, gestattet ihm keine Fehltritte. Magersucht kann eine der Auswirkungen sein. Wer spürt und sieht, dass sein Körper den Kultansprüchen der Gesellschaft nicht genügt, holt sich Befriedigung im übermäßigen Essen.

Hinzu kommt, dass zu dieser Fehlinterpretation der Fitness und ihren Ausuferungen in beide Richtungen auch noch, laut Froböse, ein „Verlust der Spiritualität“ kommt. „Gläubige Menschen“, sagt Froböse, „nicht zu verwechseln mit Religiosität, haben ein besseres Körperbewusstsein.“ Der spirituelle Mensch wisse, welch ein Geschenk der Körper sei und ernähre sich zum Beispiel gut. Froböse weiter: „Nicht selten sind Hochleistungssportler auch sehr gläubig.“ Dass Religionen jedweder Ausrichtung Riten wie Fastenzeit und Ramadan ihrer Basis verordnen, wertet Froböse als zutiefst gesundheitsfördernd, denn „diese Riten helfen, den Körper zu entgiften, und beflügeln den Geist.“

Was aber nun ist eine optimale Fitness-Struktur? Auch hier gilt das Prinzip der Körperbalance, das heißt, der Stoffwechsel, die Muskeln, Knochen, Zellen müssen genügend Anreize bekommen sich aufzubauen. Parallel dazu benötigen sie entsprechende Ruhephasen. Froböse empfiehlt an reinem Sport drei Mal pro Woche 30 bis 45 Minuten Bewegung, ideal sind 60 Minuten. Alternativ sind auch sieben mal 30 Minuten pro Woche möglich. Mindestens zwei Mal in der Woche muss in diesen Zeiten die Muskulatur durch Ausdauertraining gestärkt werden. „All das funktioniert nur, wenn ich mich am Anfang diszipliniere und einen festen Bewegungsplan einhalte.“ Und all das funktioniert ebenfalls nur dann, wenn ich die anderen Aspekte der Fitness wie soziales Umfeld, Wohlbefinden, Leistungsbereitschaft und Entspannung gleichermaßen beherzige.


(Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung durch den Kölner Stadt-Anzeiger und das Zentrum für Gesundheit, Prof. Dr. Ingo Froböse, Köln)


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